Wer ein duales Studium bei der Polizei plant, möchte meist zuerst wissen, ob das Einkommen für den eigenen Alltag reicht. Entscheidend sind dabei nicht nur die monatlichen Anwärterbezüge, sondern auch Unterschiede zwischen Bund und Ländern, mögliche Zulagen, die Krankenversicherung und das Gehalt nach dem Bachelorabschluss.
Die wichtigsten Zahlen zum dualen Polizeistudium auf einen Blick
- Während des Studiums liegen die Anwärterbezüge meist bei etwa 1.400 bis 1.600 Euro brutto monatlich.
- Netto bleiben bei ledigen Studierenden häufig ungefähr 1.250 bis 1.450 Euro, abhängig von Steuermerkmalen und Krankenversicherung.
- Nach dem Abschluss erfolgt der Einstieg meist in der Besoldungsgruppe A9 oder A10.
- Das Einstiegsgehalt liegt je nach Bundesland, Erfahrungsstufe und Zulagen grob zwischen 3.300 und 3.850 Euro brutto.
- Zusatzleistungen können Unterkunft, Heilfürsorge, Urlaub, Polizeizulage und Zuschläge für Nacht- oder Feiertagsdienste umfassen.

Wie hoch ist das Gehalt während des dualen Polizeistudiums?
Während des Studiums erhältst du normalerweise kein klassisches Ausbildungsgehalt, sondern sogenannte Anwärterbezüge. Du wirst als Beamtin oder Beamter auf Widerruf in den Vorbereitungsdienst aufgenommen und bekommst deshalb bereits vom ersten Tag an regelmäßig Geld.
Als realistische Orientierung für 2026 halte ich 1.400 bis 1.600 Euro brutto im Monat für sinnvoll. Nordrhein-Westfalen weist für duale Studiengänge im Beamtenverhältnis beispielsweise 1.555,68 Euro brutto aus. Die Bayerische Polizei nennt für einen vergleichbaren dualen Studiengang 1.563,85 Euro brutto, Stand Mai 2026.
Die genaue Summe hängt davon ab, ob du bei einer Landespolizei, der Bundespolizei oder einer speziellen Polizeibehörde studierst. Auch Besoldungsanpassungen, Sonderzahlungen und landesspezifische Zuschläge können die monatlichen Bezüge verändern. Eine deutschlandweit einheitliche Gehaltstabelle gibt es deshalb nicht.
Was bleibt netto übrig?
Bei Steuerklasse I, ohne Kinder und ohne Kirchensteuer können aus rund 1.550 Euro brutto grob 1.250 bis 1.400 Euro netto werden. Das ist nur eine Orientierung, denn die tatsächliche Auszahlung wird unter anderem durch die private Krankenversicherung, Beihilfe oder Heilfürsorge beeinflusst.
Genau hier passieren die meisten Fehlvergleiche. Anwärterbezüge wirken netto oft attraktiver als ein normales Ausbildungsgehalt, weil Beamte in der Regel keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Dafür können Kosten für eine private Krankenversicherung entstehen, sofern keine freie Heilfürsorge gewährt wird.
Warum sich die Beträge zwischen Bundesländern unterscheiden
Die Polizei ist in Deutschland überwiegend Sache der Länder. Jedes Bundesland regelt seine Besoldung, Zulagen und teilweise auch die Versorgung während des Studiums selbst. Deshalb kann ein Studienplatz in Hessen finanziell anders aussehen als ein vergleichbarer Platz in Bayern oder Nordrhein-Westfalen.
Die Polizei Hessen nennt für das dritte Studienjahr in Steuerklasse I ein Beispiel von etwa 1.650 Euro netto einschließlich Zulagen. Diese Zahl lässt sich aber nicht direkt mit einem Bruttobetrag aus einem anderen Land vergleichen. Entscheidend ist immer, ob Zulagen, Sonderzahlungen und Krankenversicherung bereits eingerechnet wurden.
| Vergleichspunkt | Was du prüfen solltest |
|---|---|
| Anwärtergrundbetrag | Monatlicher Grundbetrag während des Studiums |
| Polizeizulage | Ob und ab wann eine Zulage gezahlt wird |
| Heilfürsorge oder Beihilfe | Wie die Kosten der Krankenversicherung abgedeckt werden |
| Unterkunft | Ob Wohnraum am Studienort kostenlos oder vergünstigt angeboten wird |
| Sonderzahlung | Ob es eine jährliche Zahlung ähnlich dem Weihnachtsgeld gibt |
| Fahrtkosten | Ob Wege zwischen Hochschule, Unterkunft und Praxisstelle bezuschusst werden |
Meine Empfehlung lautet deshalb, nicht nur nach dem höchsten Bruttobetrag zu suchen. Ein etwas niedrigerer Grundbetrag mit kostenloser Unterkunft kann finanziell besser sein als ein höherer Betrag an einem teuren Studienort.
Welche zusätzlichen Leistungen das Einkommen aufwerten
Das monatliche Geld ist nur ein Teil der Rechnung. Viele Polizeibehörden übernehmen Studiengebühren, stellen Dienstkleidung und Arbeitsmittel bereit oder bieten eine günstige Unterkunft an. Je nach Standort können dadurch mehrere hundert Euro monatliche Lebenshaltungskosten entfallen.
Typische Vorteile während des Studiums
- Bezahltes Studium ohne klassische Studiengebühren
- häufig etwa 30 Urlaubstage pro Jahr
- mögliche Unterkunft an der Polizeihochschule
- Übernahme von Dienstkleidung und teilweise notwendiger Ausrüstung
- Heilfürsorge oder Beihilfe zur Krankenversicherung
- mögliche Zuschüsse für Fahrt- und Unterbringungskosten
- vermögenswirksame Leistungen oder eine jährliche Sonderzahlung
Nicht jede Leistung gilt automatisch für alle Studierenden. Besonders bei Unterkunft, Familienzuschlag und Krankenversicherung lohnt sich ein Blick in die konkrete Ausschreibung. Wer diese Punkte ignoriert, rechnet sich das Studium schnell zu schön oder unnötig schlecht.
Wie viel verdient man nach dem Bachelorabschluss?
Nach einem erfolgreichen dualen Studium wirst du je nach Laufbahn meist als Polizei- oder Kriminalkommissarin beziehungsweise Polizei- oder Kriminalkommissar übernommen. Der Einstieg erfolgt häufig in Besoldungsgruppe A9, in einzelnen Laufbahnen oder Behörden auch in A10.
Für 2026 ist ein Einstiegsbereich von ungefähr 3.300 bis 3.850 Euro brutto monatlich realistisch. Die Bayerische Polizei weist für A9 ein Grundgehalt von 3.294,99 Euro brutto aus. Hessen nennt für einen ledigen Polizei- oder Kriminalkommissar in A9, Erfahrungsstufe 2, mit Schichtdienstzulage 3.832,46 Euro brutto.
Diese Zahlen sind Beispiele und keine allgemeine Deutschland-Tabelle. Das hessische Beispiel enthält bereits eine Zulage, während das bayerische Beispiel das Grundgehalt beschreibt. Genau deshalb sollte man Gehaltsangaben immer darauf prüfen, welche Erfahrungsstufe und welche Zuschläge enthalten sind.
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Welche Zulagen später möglich sind
Im Polizeidienst können Zuschläge für Schichtarbeit, Nachtarbeit, Sonn- und Feiertagsdienst oder besondere Einsätze hinzukommen. Außerdem gibt es je nach Bundesland eine Polizeizulage, die an bestimmte Voraussetzungen oder Dienstzeiten gebunden sein kann.
Mit wachsender Berufserfahrung und einer Beförderung steigen die Bezüge weiter. Der Schritt von A9 nach A10 oder A11 kann finanziell spürbar sein, ist aber nicht allein vom Dienstalter abhängig. Leistung, freie Stellen, Beurteilungen und die gewählte Verwendung spielen ebenfalls eine Rolle.
Was vom Gehalt wirklich auf dem Konto ankommt
Ein Bruttobetrag von 3.500 Euro bedeutet bei Polizeibeamten nicht automatisch dasselbe Netto wie bei Angestellten. Die Abzüge unterscheiden sich, gleichzeitig müssen Beiträge zur privaten Krankenversicherung oder ergänzende Versicherungen berücksichtigt werden.
| Faktor | Auswirkung auf die monatliche Auszahlung |
|---|---|
| Steuerklasse | Beeinflusst die Lohnsteuer und damit das Netto |
| Familienstand und Kinder | Kann Familienzuschläge und steuerliche Vorteile auslösen |
| Kirchensteuer | Erhöht die monatlichen Abzüge bei Kirchenmitgliedschaft |
| Krankenversicherung | Private Beiträge können je nach Modell deutlich variieren |
| Schicht- und Polizeizulagen | Erhöhen die Bezüge, sind aber oft an den tatsächlichen Dienst gebunden |
| Studienort | Miete und Fahrtkosten entscheiden darüber, wie viel Geld übrig bleibt |
Für eine realistische Haushaltsplanung würde ich während des Studiums nicht mit dem maximal möglichen Netto rechnen. Kalkuliere lieber mit dem Grundbetrag und behandle Zulagen als Bonus. So bleibt deine Planung stabil, auch wenn sich Einsatzzeiten oder persönliche Voraussetzungen ändern.
Welche Nachteile und Verpflichtungen du einplanen musst
Das bezahlte Studium ist attraktiv, aber es ist kein risikofreies Stipendium. Du durchläufst ein Auswahlverfahren, musst die theoretischen und praktischen Leistungsanforderungen erfüllen und dich gesundheitlich sowie körperlich für den Polizeidienst eignen.
Ein wichtiger Punkt ist die Rückzahlungspflicht. Einige Behörden können Anwärterbezüge zurückfordern, wenn du das Studium freiwillig abbrichst oder nach dem Abschluss nicht für eine bestimmte Mindestzeit im Polizeidienst bleibst. Die konkreten Regeln unterscheiden sich nach Dienstherr und Vertrag.
Auch die Zulagen solltest du nicht als garantiertes Dauereinkommen betrachten. Wer später in den Tagdienst, in eine Verwaltungsstelle oder in eine andere Verwendung wechselt, erhält möglicherweise weniger Zuschläge. Das Grundgehalt bleibt die verlässlichere Basis für langfristige Entscheidungen.
Meine Einschätzung fällt trotzdem klar aus. Finanziell ist das duale Studium bei der Polizei für viele Schulabsolventen eine solide Ausgangslage, weil Einkommen, Bachelorabschluss und eine realistische Übernahmeperspektive zusammenkommen. Es lohnt sich aber vor allem dann, wenn du auch mit Schichtdienst, Verantwortung und den beamtenrechtlichen Bindungen dauerhaft leben kannst.
Die sinnvollste Gehaltsrechnung für deine Entscheidung
Vergleiche zuerst den monatlichen Auszahlungsbetrag nach Krankenversicherung, danach Unterkunft und Fahrtkosten und erst an dritter Stelle das Werbeversprechen zum Bruttogehalt. So erkennst du schneller, welches Angebot tatsächlich zu deiner Lebenssituation passt.
Als grobe Orientierung kannst du während des Studiums mit etwa 1.400 bis 1.600 Euro brutto rechnen. Nach dem Bachelorabschluss sind je nach Bundesland, Besoldungsgruppe und Zulagen ungefähr 3.300 bis 3.850 Euro brutto möglich. Die verbindliche Zahl steht jedoch immer in der aktuellen Ausschreibung deines gewünschten Dienstherrn.