Wer eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau beginnt, möchte meist schnell wissen, ob die Vergütung für den eigenen Alltag reicht und wie stark sie im Laufe der drei Jahre steigt. Im Jahr 2026 liegen die tariflichen Richtwerte der Immobilienwirtschaft deutlich über der gesetzlichen Mindestvergütung. Ich zeige, welche Beträge realistisch sind, warum Angebote voneinander abweichen und worauf du im Ausbildungsvertrag achten solltest.
Die wichtigsten Zahlen zur Ausbildungsvergütung auf einen Blick
- 1. Ausbildungsjahr: Im Tarifbereich der Immobilienwirtschaft sind ab 2026 rund 1.230 Euro brutto monatlich vorgesehen.
- 2. Ausbildungsjahr: Die Vergütung steigt im genannten Tarifbereich auf etwa 1.340 Euro brutto.
- 3. Ausbildungsjahr: Im letzten Ausbildungsjahr sind rund 1.450 Euro brutto möglich.
- Gesetzliche Untergrenze: Für Ausbildungsstarts im Jahr 2026 gelten mindestens 724 Euro im ersten Jahr, sofern kein besserer Tarif greift.
- Entscheidend: Tarifbindung, Arbeitgeber, Region, Sonderzahlungen und Zusatzleistungen beeinflussen das tatsächliche Angebot.

Wie hoch ist das Gehalt in der Ausbildung zur Immobilienkauffrau 2026?
Die Ausbildung zur Immobilienkauffrau dauert normalerweise drei Jahre und findet dual im Betrieb und in der Berufsschule statt. Die häufig genannten Beträge von 1.140, 1.250 und 1.360 Euro stammen aus älteren Tarifständen und sind als allgemeine Orientierung noch im Umlauf. Für 2026 ist es sinnvoll, genauer hinzusehen.
| Ausbildungsjahr | Tarifliche Orientierung 2026 | Gesetzliche Mindestvergütung bei Ausbildungsbeginn 2026 |
|---|---|---|
| 1. Jahr | ca. 1.230 Euro brutto | 724 Euro brutto |
| 2. Jahr | ca. 1.340 Euro brutto | 854 Euro brutto |
| 3. Jahr | ca. 1.450 Euro brutto | 977 Euro brutto |
Die tariflichen Werte beziehen sich auf den Tarifbereich der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Sie gelten nicht automatisch für jedes Maklerbüro, jede Hausverwaltung oder jedes kommunale Unternehmen. Trotzdem sind sie ein guter Maßstab, wenn du ein Angebot bewerten möchtest.
Ich würde bei der ersten Einschätzung immer zwischen Bruttovergütung und Nettobetrag unterscheiden. Brutto steht im Vertrag, während Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung und gegebenenfalls Lohnsteuer den Betrag auf dem Konto reduzieren. Wie viel tatsächlich übrig bleibt, hängt unter anderem von Steuerklasse, Alter, Kirchensteuer und Krankenversicherung ab.
Warum die Beträge von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich sind
Die Berufsbezeichnung ist einheitlich, die Arbeitgeber sind es nicht. Eine große Wohnungsbaugesellschaft kann nach einem Tarifvertrag zahlen, während ein kleines Maklerunternehmen die Vergütung individuell festlegt. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Stellenanzeige, sondern der konkrete Ausbildungsvertrag.
Nach § 17 des Berufsbildungsgesetzes muss die Ausbildungsvergütung angemessen sein und mit jedem Ausbildungsjahr steigen. Für einen Ausbildungsbeginn im Jahr 2026 gilt eine gesetzliche Mindestvergütung von 724 Euro im ersten Jahr. Im zweiten und dritten Jahr kommen die gesetzlich vorgesehenen Aufschläge hinzu.
Die Mindestvergütung ist aber kein übliches Zielgehalt für diesen Beruf. Sie greift vor allem dort, wo kein Tarifvertrag gilt und der Betrieb keine höhere Vergütung anbietet. Im Bereich der Immobilienwirtschaft liegen viele tarifgebundene Arbeitgeber deutlich darüber, weil sie qualifizierte Nachwuchskräfte gewinnen und halten möchten.
Diese Faktoren machen den größten Unterschied
- Tarifbindung: Tarifgebundene Unternehmen zahlen häufig höhere und klar geregelte Ausbildungsbeträge.
- Unternehmensgröße: Große Wohnungsunternehmen und Konzerne bieten oft zusätzliche Leistungen.
- Region: In Städten mit hohen Lebenshaltungskosten sind die Löhne teilweise besser, aber nicht automatisch ausreichend für eine eigene Wohnung.
- Geschäftsfeld: Hausverwaltung, kommunale Wohnungswirtschaft, Projektentwicklung und Maklervertrieb haben unterschiedliche Vergütungsmodelle.
- Ausbildungsbeginn: Tarifwerte können sich während der Laufzeit verändern, während die Regelungen im Vertrag genau geprüft werden müssen.
Ein vermeintlich höheres Gehalt ist nicht immer das bessere Angebot. 100 Euro mehr im Monat verlieren an Bedeutung, wenn dafür Fahrtkosten, Schulungen oder ein Jobticket selbst bezahlt werden müssen. Ich vergleiche deshalb immer das gesamte Paket und nicht nur eine einzelne Zahl.
Was bleibt von der Ausbildungsvergütung netto übrig?
Die genannten Beträge sind Bruttowerte. Bei Auszubildenden fällt die Steuerbelastung oft niedrig aus, trotzdem werden Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Eine exakte Nettosumme lässt sich ohne persönliche Angaben nicht seriös nennen.
Für die eigene Planung solltest du deshalb nicht mit dem Bruttobetrag rechnen. Ziehe zuerst die Beiträge für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung ab und kalkuliere danach feste Ausgaben wie Miete, Lebensmittel, Handy, Fahrtkosten und Lernmaterialien.
| Ausgabenpunkt | Warum er oft unterschätzt wird |
|---|---|
| Fahrtkosten | Berufsschule und Betrieb können in verschiedenen Orten liegen. |
| Wohnen | In Berlin, München, Hamburg oder Frankfurt kann die Miete den größten Teil der Vergütung verbrauchen. |
| Arbeitskleidung und Ausstattung | Für Büro, Außentermine oder Besichtigungen können passende Kleidung und Schuhe notwendig sein. |
| Verpflegung | Lange Berufsschultage und Außentermine erhöhen die täglichen Kosten. |
| Versicherungen | Private Haftpflichtversicherung und gegebenenfalls Berufsunfähigkeitsvorsorge sollten eingeplant werden. |
Wenn das Einkommen nicht ausreicht, kommen je nach persönlicher Situation Berufsausbildungsbeihilfe, Kindergeld oder weitere Unterstützungen infrage. Die Bundesagentur für Arbeit weist außerdem darauf hin, dass eine Ausbildung in Teilzeit möglich sein kann. Dann sinkt die Vergütung häufig entsprechend der Arbeitszeit, allerdings zahlen manche Betriebe freiwillig mehr.
Welche Zusatzleistungen den Unterschied machen
Ein gutes Ausbildungsangebot besteht selten nur aus dem Monatsgehalt. Viele Arbeitgeber zahlen zusätzlich Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, übernehmen das Deutschlandticket oder gewähren Zuschüsse für den Weg zur Berufsschule. Auch 30 Urlaubstage, ein Laptop und bezahlte Prüfungsvorbereitung können finanziell spürbar sein.
Gerade bei der Immobilienkauffrau ist die Qualität der Ausbildung wichtig. Ein Unternehmen, in dem du nur Telefonate annimmst, vermittelt dir weniger als ein Betrieb, in dem du auch Mietverträge, Betriebskostenabrechnungen, Wohnungsübergaben und Objektbesichtigungen kennenlernst.
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Diese Punkte würde ich vor der Unterschrift prüfen
- Steht die Vergütung für alle drei Ausbildungsjahre eindeutig im Vertrag?
- Gilt ein Tarifvertrag oder handelt es sich um eine frei vereinbarte Zahlung?
- Gibt es Sonderzahlungen und wenn ja, unter welchen Bedingungen?
- Wer übernimmt Fahrtkosten zur Berufsschule und zu externen Ausbildungsorten?
- Wie viele Urlaubstage und welche Arbeitszeit sind vorgesehen?
- Welche Abteilungen durchläufst du während der Ausbildung?
- Gibt es eine realistische Übernahmechance nach der Abschlussprüfung?
Bei unklaren Formulierungen würde ich vor der Unterschrift die zuständige IHK oder die Ausbildungsberatung einbeziehen. Besonders wichtig ist, ob die Vergütung nur im Vorstellungsgespräch genannt wurde oder tatsächlich schriftlich festgehalten ist.
Wie entwickelt sich das Einkommen nach der Ausbildung?
Die Ausbildungsvergütung ist nur der erste Abschnitt. Nach dem Abschluss hängt das Einstiegsgehalt davon ab, ob du in der Mietverwaltung, im Immobilienvertrieb, in der Objektbuchhaltung, in der Projektentwicklung oder bei einem öffentlichen Arbeitgeber arbeitest.
Einsteigerinnen verdienen häufig deutlich mehr als während der Ausbildung, wobei die konkrete Höhe stark von Region, Tarifvertrag und Aufgaben abhängt. Verantwortung für eigene Objekte, sichere Kenntnisse im Mietrecht und Erfahrung mit Immobilienverwaltungssoftware verbessern die Verhandlungsposition.
Auch Weiterbildungen können sich lohnen. Der Abschluss als Immobilienfachwirtin, ein Studium der Immobilienwirtschaft oder eine Spezialisierung auf WEG-Verwaltung, Bewertung oder Projektentwicklung eröffnen langfristig andere Gehaltsstufen. Eine hohe Ausbildungsvergütung allein ist daher nicht das einzige Kriterium, entscheidend ist auch, ob der Betrieb fachliche Entwicklung ermöglicht.
Meine Empfehlung lautet, schon im Bewerbungsgespräch nach der Übernahmeregelung und dem möglichen Einstiegsgehalt zu fragen. Ein Unternehmen, das dazu gar nichts sagen möchte, ist nicht automatisch schlecht, aber die fehlende Transparenz sollte in die Entscheidung einfließen.
Die richtige Entscheidung hängt nicht nur an 100 Euro
Für 2026 ist eine Ausbildungsvergütung von ungefähr 1.230 bis 1.450 Euro brutto im Tarifbereich der Immobilienwirtschaft eine realistische Orientierung. Angebote darunter können trotzdem rechtlich zulässig sein, müssen aber an der gesetzlichen Mindestvergütung und an der Angemessenheit gemessen werden.
Am Ende zählt das Gesamtbild aus Gehalt, Sonderzahlungen, Fahrtkosten, Urlaub, Ausbildungsqualität und Übernahmeperspektive. Wer diese Punkte vor der Unterschrift vergleicht, erkennt schnell, welches Angebot nur auf dem Papier gut aussieht und wo tatsächlich ein solider Start in die Immobilienwirtschaft möglich ist.