Du planst eine Ausbildung im E-Commerce und möchtest wissen, ob die Vergütung zum Leben reicht? Für den Beruf Kaufmann oder Kauffrau im E-Commerce liegen die Ausbildungsbeträge 2026 meist zwischen 940 und 1.390 Euro brutto im Monat, wobei Branche, Region und Tarifvertrag eine große Rolle spielen. Ich zeige dir, welche Zahlen realistisch sind, was netto übrig bleiben kann und worauf du im Ausbildungsvertrag achten solltest.
Die wichtigsten Zahlen zur Vergütung im E-Commerce
- 1. Ausbildungsjahr: etwa 940 bis 1.120 Euro brutto monatlich
- 2. Ausbildungsjahr: etwa 1.000 bis 1.250 Euro brutto monatlich
- 3. Ausbildungsjahr: etwa 1.150 bis 1.390 Euro brutto monatlich
- Gesetzliche Untergrenze 2026: 724, 854 und 977 Euro je Ausbildungsjahr
- Nach der Ausbildung: Das mittlere Vollzeitentgelt liegt bei rund 3.573 Euro brutto monatlich
Wie viel verdient man in der E-Commerce-Ausbildung?
Die Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im E-Commerce dauert normalerweise drei Jahre und findet dual statt. Du arbeitest also im Betrieb und besuchst gleichzeitig die Berufsschule. Während dieser Zeit erhältst du keine klassische Vergütung für einzelne Arbeitsstunden, sondern eine monatliche Ausbildungsvergütung.
Nach den aktuellen Angaben der Bundesagentur für Arbeit bewegen sich die monatlichen Bruttobeträge in diesen Bereichen:
| Ausbildungsjahr | Typische monatliche Vergütung | Einordnung |
|---|---|---|
| 1. Jahr | 940 bis 1.120 Euro brutto | Einstieg und Grundlagen |
| 2. Jahr | 1.000 bis 1.250 Euro brutto | Mehr Verantwortung im Tagesgeschäft |
| 3. Jahr | 1.150 bis 1.390 Euro brutto | Prüfungsvorbereitung und selbstständige Aufgaben |
Diese Werte sind Orientierungen und keine einheitlichen Festbeträge. Ein kleiner Onlinehändler kann anders zahlen als ein großer Handelskonzern, ein Hersteller oder ein Logistikunternehmen. Ich würde deshalb nicht nur auf die höchste Zahl achten, sondern auch darauf, welche Aufgaben und Übernahmechancen mit dem Angebot verbunden sind.
Warum die Vergütung je nach Betrieb deutlich schwankt
Der Ausbildungsberuf ist in mehreren Wirtschaftszweigen möglich. Dazu gehören der Einzel- und Großhandel, Hersteller mit eigenem Onlineshop, Tourismusunternehmen, Dienstleister und Logistikbetriebe. Genau diese Vielfalt macht den Beruf spannend, führt aber auch zu großen Unterschieden beim Einkommen.
Branche und Tarifvertrag
Viele größere Unternehmen orientieren sich an einem Tarifvertrag. Darin legen Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften die Ausbildungsvergütung für eine Branche oder Region fest. Tarifgebundene Betriebe zahlen häufig planbarer und erhöhen den Betrag automatisch mit jedem Ausbildungsjahr.
Ohne Tarifbindung kann der Betrieb die Vergütung freier festlegen. Sie darf aber nicht beliebig niedrig sein. Für Ausbildungen, die 2026 beginnen, gilt eine gesetzliche Mindestvergütung von 724 Euro im ersten, 854 Euro im zweiten und 977 Euro im dritten Ausbildungsjahr.
| Ausbildungsjahr | Mindestvergütung bei Ausbildungsbeginn 2026 |
|---|---|
| 1. Jahr | 724 Euro brutto |
| 2. Jahr | 854 Euro brutto |
| 3. Jahr | 977 Euro brutto |
Das Bundesinstitut für Berufsbildung weist zugleich darauf hin, dass tarifvertragliche Regelungen eine besondere Rolle spielen. Bei einem Tarifvertrag können andere Werte gelten. Die gesetzliche Untergrenze bezieht sich außerdem auf den Beginn der Ausbildung, nicht automatisch auf jedes laufende Ausbildungsverhältnis.
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Region und Unternehmensgröße
Auch der Standort beeinflusst das Angebot. In wirtschaftsstarken Regionen und bei größeren Unternehmen liegen die Beträge oft näher am oberen Ende der Spanne. Dafür sind dort Mieten und Fahrtkosten meist höher. Ein scheinbar besseres Ausbildungsgehalt kann dadurch am Monatsende weniger übrig lassen.
Mein praktischer Rat ist, die Vergütung immer zusammen mit den Lebenshaltungskosten zu betrachten. Prüfe vor der Unterschrift, ob du für den Arbeitsweg ein Deutschlandticket, einen Fahrtkostenzuschuss, Urlaubsgeld oder andere Zusatzleistungen bekommst.
Brutto, netto und zusätzliche Leistungen richtig einordnen
Die genannten Zahlen sind Bruttobeträge. Davon werden unter anderem Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgezogen. Wie viel netto bleibt, hängt von deiner Steuerklasse, deinem Alter, deinem Wohnort, der Kirchensteuer und weiteren persönlichen Angaben ab.
Bei einer üblichen Steuerklasse I fällt bei einer Ausbildungsvergütung häufig keine oder nur eine geringe Lohnsteuer an. Die Sozialabgaben bleiben trotzdem bestehen. Eine Vergütung von 1.000 Euro brutto entspricht deshalb nicht 1.000 Euro auf dem Konto, liegt aber normalerweise deutlich über dem Betrag, der nach einer vollständigen Steuerbelastung übrig bliebe.
Zusätzliche Leistungen können einen niedrigeren Monatsbetrag teilweise ausgleichen. Besonders relevant sind:
- Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, sofern es im Tarifvertrag oder Vertrag vorgesehen ist
- Fahrtkostenzuschüsse oder die Übernahme eines Jobtickets
- Essenszuschüsse und vergünstigte Mahlzeiten
- Arbeitsmittel wie Laptop, Smartphone oder Berufskleidung
- Prämien für gute Berufsschul- oder Prüfungsergebnisse
- Unterstützung bei der Suche nach einer Unterkunft oder bei einem Umzug
Solche Extras sind kein Ersatz für eine faire Grundvergütung. Ein kostenloses Notebook wiegt kaum auf, wenn du jeden Monat hohe Fahrtkosten selbst tragen musst. Ich rechne Angebote daher lieber auf den tatsächlichen monatlichen Vorteil herunter, statt mich von einer langen Liste kleiner Benefits beeindrucken zu lassen.
Was nach der Ausbildung beim Gehalt möglich ist
Die Ausbildungsvergütung ist nur der Einstieg. Nach dem Abschluss hängt dein Gehalt stark davon ab, ob du im Onlinehandel, im Marketing, im Einkauf, im Kundenservice, im Controlling oder im Projektmanagement arbeitest.
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nennt für Kaufleute im E-Commerce ein mittleres monatliches Vollzeitentgelt von 3.573 Euro brutto. Das untere Quartil liegt bei 2.792 Euro, das obere Quartil bei 5.493 Euro. Diese Zahlen beziehen sich auf Beschäftigte insgesamt und sind daher nicht mit einem Einstiegsgehalt direkt nach der Prüfung gleichzusetzen.
| Berufliche Situation | Grobe Einordnung | Was den Betrag beeinflusst |
|---|---|---|
| Ausbildung | 940 bis 1.390 Euro brutto | Ausbildungsjahr, Branche und Tarifvertrag |
| Einstieg nach Abschluss | Oft unter oder um das mittlere Berufsniveau | Aufgaben, Region und Unternehmensgröße |
| Erfahrene Fachkraft | Kann deutlich über 3.500 Euro brutto liegen | Spezialisierung, Verantwortung und Verhandlung |
Besonders wertvoll sind Kenntnisse, die direkt messbare Ergebnisse liefern. Dazu gehören etwa Webanalyse, Suchmaschinenoptimierung, Conversion-Optimierung, Warenwirtschaftssysteme und Online-Marketing. Wer erklären kann, wie sich eine Kampagne auf Umsatz, Warenkorbwert oder Retourenquote auswirkt, hat später meist bessere Argumente in Gehaltsgesprächen.
Worauf du im Ausbildungsvertrag achten solltest
Die Vergütung muss im Vertrag klar und für jedes Ausbildungsjahr nachvollziehbar angegeben sein. Achte darauf, ob der Betrag monatlich oder als Jahresleistung genannt wird und ob Sonderzahlungen an bestimmte Bedingungen geknüpft sind.
Vor der Unterschrift würde ich diese Punkte prüfen:
- Steigt die Vergütung im zweiten und dritten Jahr automatisch?
- Gilt ein Tarifvertrag oder ein Haustarif?
- Wer übernimmt Fahrtkosten zur Berufsschule und zum Betrieb?
- Wie viele Urlaubstage sind vertraglich festgelegt?
- Gibt es feste Arbeitszeiten oder regelmäßige Einsätze am Abend und am Wochenende?
- Welche Abteilungen lernst du tatsächlich kennen?
- Gibt es eine schriftliche Aussage zur Übernahme nach der Ausbildung?
Der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Ein Ausbildungsplatz mit 1.050 Euro monatlich und einer guten Übernahmeperspektive kann langfristig sinnvoller sein als ein Angebot mit 1.200 Euro, bei dem du nur einfache Verwaltungsaufgaben erledigst und keine Entwicklungsmöglichkeiten hast.
Wie du ein gutes Angebot für die E-Commerce-Ausbildung erkennst
Vergleiche mindestens drei Ausbildungsstellen und notiere neben dem Bruttobetrag auch Arbeitsweg, Arbeitszeit, Zusatzleistungen und Ausbildungsinhalte. So erkennst du schnell, ob ein Angebot wirklich attraktiv ist oder nur auf dem Papier gut aussieht.
Im Bewerbungsgespräch darfst du sachlich nach der Vergütung fragen. Eine passende Formulierung wäre: „Welche Ausbildungsvergütung ist für die drei Jahre vorgesehen und welche Zusatzleistungen gibt es?“ Das wirkt vorbereitet und hilft dir, unterschiedliche Angebote fair zu vergleichen.
Ich würde außerdem nach konkreten Aufgaben fragen. Lerne ich den Shop, Produktdaten, Kundenkommunikation, Marketing und Auswertungen kennen, sammle ich ein deutlich breiteres Profil als in einer Stelle, die fast nur aus dem Bearbeiten von Bestellungen besteht. Die Qualität der Ausbildung entscheidet mit darüber, wie viel du später verdienen kannst.
Eine faire Vergütung ist der erste Schritt in eine digitale Karriere
Für den Einstieg solltest du 2026 mit ungefähr 940 bis 1.120 Euro brutto im ersten Ausbildungsjahr rechnen. Im dritten Jahr sind je nach Betrieb etwa 1.150 bis 1.390 Euro realistisch. Niedrigere Angebote müssen an den gesetzlichen Mindestwerten und möglichen Tarifregelungen gemessen werden.
Am Ende zählt nicht nur der Monatsbetrag. Ein guter Ausbildungsbetrieb vermittelt dir kaufmännisches Wissen, digitale Werkzeuge und praktische Verantwortung. Wer diese Fähigkeiten gezielt aufbaut und später Ergebnisse nachweisen kann, verbessert seine Chancen auf ein deutlich höheres Gehalt nach dem Abschluss.