Ob sich der Lehrerberuf finanziell lohnt, hängt vor allem vom Bundesland, der Schulform und dem Beschäftigungsstatus ab. Für 2026 lässt sich trotzdem eine gute Orientierung geben: Angestellte Lehrkräfte verdienen meist zwischen 4.000 und 6.800 Euro brutto im Monat, verbeamtete Lehrkräfte liegen häufig in einer ähnlichen oder höheren Größenordnung. Entscheidend ist, was davon netto bleibt und welche Entwicklung im Laufe der Berufsjahre möglich ist.
Die wichtigsten Gehaltszahlen auf einen Blick
- TV-L E13 reicht ab April 2026 von rund 4.759 bis 6.765 Euro brutto monatlich.
- Verbeamtete Lehrkräfte werden häufig nach A13 bezahlt, allerdings unterscheiden sich die Länder deutlich.
- Das durchschnittliche Einstiegsgehalt in A13 liegt ungefähr bei 5.050 Euro brutto im Monat.
- Netto hängt stark von Steuerklasse, Krankenversicherung, Kirchensteuer und Familienstand ab.
- Beim Seiteneinstieg kann das Gehalt zunächst niedriger liegen, zum Beispiel in E10 oder E11.
Was verdient eine Lehrkraft im Jahr 2026
Die kurze Antwort lautet: Eine voll ausgebildete Lehrkraft im öffentlichen Schuldienst verdient in Deutschland meist zwischen 4.700 und 6.800 Euro brutto im Monat. Das entspricht ungefähr 57.000 bis 81.000 Euro brutto im Jahr, wobei Sonderzahlungen und mögliche Zulagen noch hinzukommen können.
Bei angestellten Lehrerinnen und Lehrern gilt in vielen Bundesländern der Tarifvertrag der Länder, kurz TV-L. Voll ausgebildete Lehrkräfte werden häufig in Entgeltgruppe E13 eingruppiert. Nach dem Tarifabschluss steigen die Tabellenwerte ab April 2026 um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro. Die GEW nennt für E13 folgende Werte:
| Entgeltgruppe | Monatliches Brutto ab April 2026 | Typische Einordnung |
|---|---|---|
| E13 | 4.759 bis 6.765 Euro | Voll ausgebildete Lehrkräfte, je nach Stufe |
| E12 | 4.311 bis 6.627 Euro | Bestimmte Schulformen und Tätigkeitsprofile |
| E11 | 4.178 bis 6.051 Euro | Einzelne Tätigkeiten und Qualifikationen |
| E10 | 4.038 bis 5.644 Euro | Häufiger Einstieg im Seiteneinstieg |
Die konkrete Stufe ist fast so wichtig wie die Entgeltgruppe. Eine Lehrkraft in E13 Stufe 1 startet deutlich niedriger als eine erfahrene Kollegin in Stufe 6. Deshalb sollte man bei Gehaltsvergleichen immer beide Angaben prüfen und nicht nur auf die Bezeichnung E13 oder A13 schauen.
Warum Beamte und Angestellte unterschiedlich bezahlt werden
Bei verbeamteten Lehrkräften spricht man nicht von Tarifentgelt, sondern von Besoldung. Die meisten Länder ordnen voll ausgebildete Lehrkräfte je nach Schulform und Laufbahn einer Besoldungsgruppe wie A12 oder A13 zu. Das Grundgehalt wird durch Erfahrungsstufen, Familienzuschläge und mögliche Funktionszulagen ergänzt.
Eine aktuelle Übersicht von academics kommt für A13 auf ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von rund 5.050 Euro brutto monatlich. Das durchschnittliche Endgrundgehalt liegt bei etwa 6.319 Euro. Diese Werte sind nur eine Orientierung, denn zwischen den Bundesländern können mehrere hundert Euro Unterschied liegen.
| Beschäftigungsform | Typische Grundlage | Wichtiger Unterschied |
|---|---|---|
| Verbeamtete Lehrkraft | A12 oder A13 | Keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, private Krankenversicherung meist erforderlich |
| Angestellte Lehrkraft | TV-L, häufig E13 | Beiträge zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung |
| Seiteneinstieg | Je nach Qualifikation oft E10 bis E13 | Einstufung und spätere Entwicklung hängen stark vom Bundesland ab |
| Privatschule | Eigener Arbeitsvertrag oder Tarifwerk | Gehalt, Arbeitszeit und Zusatzleistungen können deutlich abweichen |
Beim Nettovergleich wird dieser Unterschied besonders sichtbar. Beamte zahlen zwar weniger Sozialabgaben, müssen aber in der Regel eine private Kranken- und Pflegeversicherung finanzieren. Eine angestellte Lehrkraft hat dafür höhere Pflichtbeiträge, erwirbt aber Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung. Ich halte deshalb reine Bruttovergleiche zwischen beiden Gruppen für wenig aussagekräftig.
Wie sich das Lehrergehalt mit der Erfahrung entwickelt
Im TV-L steigt das Entgelt normalerweise über sechs Erfahrungsstufen. In der Regel geht es nach einem Jahr von Stufe 1 in Stufe 2, danach folgen längere Abstände von zwei, drei, vier und fünf Jahren. Wer seine Berufserfahrung aus einer früheren Tätigkeit anerkennen lassen kann, startet eventuell direkt in einer höheren Stufe.
Bei Beamten funktioniert die Entwicklung ähnlich über Erfahrungsstufen, aber die Regeln legt jedes Land selbst fest. Zusätzlich kann eine Beförderung das Einkommen erhöhen. Eine Funktion als Fachbereichsleitung, Stellvertretung oder Schulleitung wird normalerweise durch eine höhere Besoldungsgruppe oder eine Zulage berücksichtigt.
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Welche Faktoren das Einkommen zusätzlich verändern
- Bundesland: Jedes Land hat eigene Besoldungstabellen und teilweise eigene Zulagen.
- Schulform: Grundschule, Sekundarstufe, Gymnasium und Berufsschule werden nicht überall gleich bewertet.
- Fächer: Mangelfächer können bei Einstellung oder Zulagen eine Rolle spielen.
- Familie: Verbeamtete Lehrkräfte können Familienzuschläge erhalten.
- Teilzeit: Bei 75 Prozent Arbeitszeit sinkt das Brutto grundsätzlich auf ungefähr 75 Prozent, das Netto aber nicht exakt im gleichen Verhältnis.
- Zusatzaufgaben: Leitungs-, Prüfungs- oder Fachberateraufgaben können das Einkommen verbessern.
Ein häufiger Denkfehler besteht darin, nur das Grundgehalt zu betrachten. Gerade bei Beamten können Familienzuschläge und Funktionszulagen den monatlichen Betrag spürbar verändern. Umgekehrt bedeutet ein höheres Brutto nicht automatisch ein deutlich höheres verfügbares Einkommen, wenn damit auch höhere Versicherungs- oder Betreuungskosten verbunden sind.
Wie viel bleibt netto vom Lehrergehalt übrig
Eine exakte Nettozahl gibt es nicht ohne persönliche Daten. Steuerklasse, Kinder, Kirchensteuer, Bundesland, Krankenversicherung und Teilzeit verändern das Ergebnis. Als grobe Orientierung kann eine alleinstehende angestellte Lehrkraft in Steuerklasse I bei E13 Stufe 1 mit etwa 3.050 bis 3.250 Euro netto rechnen. In E13 Stufe 6 können ungefähr 4.100 bis 4.400 Euro netto übrig bleiben.
Bei einer verbeamteten Lehrkraft mit etwa 5.050 Euro brutto kann das verfügbare Einkommen trotz ähnlichem Bruttobetrag höher wirken. Davon müssen allerdings die Beiträge für die private Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen werden. Je nach Alter, Tarif und Beihilfeanspruch können diese Kosten mehrere hundert Euro im Monat betragen.
| Beispiel | Brutto monatlich | Grobe Nettoorientierung |
|---|---|---|
| Angestellt, E13 Stufe 1 | 4.759 Euro | etwa 3.050 bis 3.250 Euro |
| Angestellt, E13 Stufe 6 | 6.765 Euro | etwa 4.100 bis 4.400 Euro |
| Verbeamtet, A13 Einstieg | etwa 5.050 Euro | häufig etwa 3.650 bis 4.050 Euro nach typischen Versicherungsbeiträgen |
Diese Werte sind keine Gehaltsabrechnung, sondern eine Entscheidungshilfe. Wer eine Stelle vergleicht, sollte immer das Jahresnetto einschließlich Sonderzahlungen und Versicherungsbeiträgen betrachten. Erst dann wird klar, welches Angebot tatsächlich besser ist.
Was Seiteneinstieg und Privatschule beim Gehalt ändern
Der Seiteneinstieg kann eine gute Möglichkeit sein, auch ohne klassisches Lehramtsstudium in die Schule zu wechseln. Das Gehalt fällt am Anfang jedoch nicht automatisch so aus wie bei einer vollständig ausgebildeten Lehrkraft. Je nach Abschluss, Berufserfahrung und Bedarf kann die Eingruppierung beispielsweise in E10, E11 oder E13 erfolgen.
Besonders wichtig ist die Anerkennung früherer Berufserfahrung. Wer mehrere Jahre als Ingenieur, Informatikerin oder Fachkraft in einem gesuchten Bereich gearbeitet hat, sollte die Nachweise frühzeitig einreichen. Eine höhere Stufenzuordnung kann monatlich mehrere hundert Euro ausmachen.
Privatschulen zahlen nicht grundsätzlich weniger, aber ihre Verträge sind sehr unterschiedlich. Manche orientieren sich am TV-L, andere bieten ein eigenes Gehaltssystem. Neben dem Monatsbrutto sollte ich deshalb immer auf Arbeitszeit, Unterrichtsverpflichtung, Weihnachtsgeld, Altersvorsorge und Befristung achten. Ein scheinbar höheres Gehalt kann sich bei deutlich mehr Pflichtstunden schnell relativieren.
Welche Gehaltszahl für die eigene Entscheidung zählt
Wer den Lehrerberuf plant, sollte zuerst klären, ob die gewünschte Stelle verbeamtet wird oder ein Tarifvertrag gilt. Danach sind Bundesland, Schulform und Anerkennung der Qualifikation entscheidend. Genau diese drei Punkte erklären meist den größten Teil der Unterschiede.
Meine praktische Faustregel lautet: Für eine voll ausgebildete Lehrkraft im öffentlichen Schuldienst sind rund 4.800 bis 6.800 Euro brutto im Monat eine realistische Größenordnung. Der tatsächliche Wert steht aber erst fest, wenn Entgeltgruppe oder Besoldungsgruppe, Erfahrungsstufe und mögliche Zuschläge bekannt sind.
Wer Angebote vergleicht, sollte sich die vollständige Tabelle oder eine schriftliche Einstufung geben lassen. So wird aus einer allgemeinen Antwort auf die Frage, wie viel ein Lehrer verdient, eine belastbare Zahl für die eigene Lebensplanung.