Wer aus einem anderen Beruf in die Schule wechseln möchte, braucht vor allem eine realistische Gehaltsvorstellung. Ich ordne deshalb die üblichen Entgeltgruppen, die Unterschiede zwischen Bundesländern, Qualifikationsphasen und Beamtenstatus ein und zeige, worauf du bei einem konkreten Angebot achten solltest.
Die entscheidende Zahl hängt von Eingruppierung und Bundesland ab
- 4.038,42 bis 4.759,37 Euro brutto sind im TV-L ab April 2026 typische Einstiegswerte in E10 bis E13, jeweils Stufe 1 und Vollzeit.
- Viele Quereinsteiger starten je nach Abschluss und Schulform in E10, E11 oder E12.
- Mit abgeschlossener berufsbegleitender Qualifizierung ist häufig eine höhere Eingruppierung möglich, oft bis E13.
- Das monatliche Netto hängt von Steuerklasse, Krankenversicherung, Kirchensteuer und Arbeitszeit ab.
- Die Länder regeln Zugang, Besoldung und Verbeamtung nicht einheitlich.

Wie hoch ist das Gehalt für Quereinsteiger als Lehrer?
Eine bundesweit einheitliche Zahl gibt es nicht. Wer ohne klassisches Lehramtsstudium in den Schuldienst einsteigt, wird meistens nach dem TV-L bezahlt. Dieser Tarifvertrag regelt das Einkommen angestellter Beschäftigter der Länder. Die konkrete Entgeltgruppe hängt vom Hochschulabschluss, den passenden Fächern, der Schulform und den Regeln des jeweiligen Bundeslandes ab.
Als brauchbare Orientierung gelten im Jahr 2026 bei Vollzeit und Stufe 1 folgende monatliche Bruttobeträge. Die Werte beziehen sich auf die TV-L-Tabelle ab dem 1. April 2026 und enthalten noch keine persönlichen Zulagen.
| Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Typische Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| E10 | 4.038,42 € | 4.299,95 € | 4.599,41 € | häufig bei niedrigerer oder noch nicht vollständiger Qualifikation |
| E11 | 4.178,35 € | 4.444,86 € | 4.748,43 € | typischer Einstieg bei passenden Hochschulabschlüssen |
| E12 | 4.310,90 € | 4.599,41 € | 5.210,41 € | je nach Schulart, Fachbedarf und Landesregelung |
| E13 | 4.759,37 € | 5.106,09 € | 5.366,89 € | häufig nach voller oder gleichwertiger Qualifikation |
Die Tabelle zeigt zugleich, warum pauschale Aussagen wie „Quereinsteiger verdienen 4.500 Euro“ zu kurz greifen. Zwischen E10 Stufe 1 und E13 Stufe 1 liegen bereits mehr als 700 Euro brutto im Monat. Die GEW weist ebenfalls darauf hin, dass Lehrkräfte in Deutschland je nach Bundesland und Schulform unterschiedlich bezahlt werden.
Bei einer Teilzeitstelle wird das Tabellenentgelt anteilig berechnet. Eine Stelle mit 75 Prozent und E11 Stufe 1 ergibt beispielsweise ungefähr 3.133,76 Euro brutto. Für das Netto bleiben bei Steuerklasse I, gesetzlicher Krankenversicherung und ohne Kirchensteuer grob etwa 2.600 bis 2.850 Euro, wobei das nur eine Orientierung sein kann.
Welche Faktoren bestimmen die Eingruppierung?
Entscheidend ist nicht allein, dass jemand berufsfremd in die Schule kommt. Maßgeblich ist, welche Tätigkeit im Arbeitsvertrag übertragen wird und welche formalen Voraussetzungen die Person mitbringt. Ein Masterabschluss in Informatik kann beispielsweise für ein Mangelfach sehr günstig sein, führt aber nicht automatisch in E13.
Hochschulabschluss und passende Fächer
Ein wissenschaftlicher Hochschulabschluss ist oft die wichtigste Grundlage. Noch wichtiger ist, ob sich daraus ein oder zwei Unterrichtsfächer ableiten lassen. Ein Abschluss in Mathematik, Informatik, Physik, Elektrotechnik oder bestimmten beruflichen Fachrichtungen eröffnet deshalb häufig bessere Chancen als ein fachlich nicht passender Abschluss.
Ich würde bei der Bewerbung nicht nur den Abschlussnamen nennen, sondern die konkreten Studieninhalte zusammentragen. Module, Vertiefungen und Berufserfahrung können für die Anerkennung eines Unterrichtsfachs den Ausschlag geben.
Schulform und Einsatzort
Die Bezahlung kann davon abhängen, ob du an einer Grundschule, einer integrierten Sekundarschule, einem Gymnasium, einer Berufsschule oder einer Förderschule eingesetzt wirst. Auch Regionen mit besonders großem Lehrkräftebedarf bieten teilweise Zulagen oder bessere Einstiegsmöglichkeiten.
Die KMK-Übersicht zu den Einstellungsbedingungen zeigt, dass die Länder bei Eingangsämtern und Entgeltgruppen unterschiedliche Modelle nutzen. Ein Angebot aus Berlin ist daher nicht ohne Weiteres auf Sachsen, Nordrhein-Westfalen oder Schleswig-Holstein übertragbar.
Berufserfahrung und Erfahrungsstufe
Neue Beschäftigte starten nicht zwingend immer in Stufe 1. Einschlägige Berufserfahrung kann anerkannt werden, wenn sie für die künftige Tätigkeit förderlich ist. Das passiert jedoch nicht automatisch. Ich würde die Anerkennung deshalb vor der Vertragsunterzeichnung schriftlich ansprechen.
Im TV-L steigt das Gehalt mit zunehmender Beschäftigungszeit über mehrere Erfahrungsstufen. Der Unterschied zwischen Stufe 1 und Stufe 6 kann je nach Entgeltgruppe deutlich über 1.500 Euro brutto monatlich betragen.
Was verdient man während der berufsbegleitenden Qualifizierung?
Viele Quereinsteiger unterrichten bereits an einer Schule und absolvieren parallel pädagogische oder schulpraktische Qualifizierungen. Während dieser Phase kann das Gehalt niedriger liegen als bei vollständig ausgebildeten Lehrkräften. Häufig bewegen sich solche Stellen im Bereich E10 bis E12, einzelne Länder und Programme weichen davon ab.
Ein Beispiel ist der Einstieg in Berlin, wo Lehrkräfte ohne volle Lehramtsbefähigung je nach Voraussetzungen zunächst niedriger eingruppiert werden können. Nach erfolgreicher Qualifizierung kann eine Einstufung in eine höhere Gruppe folgen. Entscheidend ist, ob der Vertrag diesen Schritt ausdrücklich vorsieht oder nur eine allgemeine Entwicklungsmöglichkeit nennt.
In Schleswig-Holstein wird der Direkteinstieg an berufsbildenden Schulen während der zweijährigen Qualifizierungsphase und einer anschließenden Bewährungszeit beispielsweise nach E11 TV-L bezahlt. Erst danach gelten die vorgesehenen Bedingungen für die weitere Laufbahn. Solche Beispiele zeigen, wie stark die Details vom Bundesland und vom konkreten Programm abhängen.
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Quereinstieg und Seiteneinstieg sind nicht überall dasselbe
Die Begriffe werden im Alltag oft gleich verwendet, rechtlich und organisatorisch können sie aber unterschiedliche Wege bezeichnen. Manche Länder verstehen unter Quereinstieg den direkten Einstieg mit berufsbegleitender Ausbildung, andere unterscheiden zwischen einer Tätigkeit ohne Lehramtsbefähigung und einem späteren Vorbereitungsdienst.
Für das Gehalt ist daher weniger die Bezeichnung wichtig als die Frage, welche Entgeltgruppe ab dem ersten Arbeitstag im Vertrag steht. Zusätzlich solltest du prüfen, wie viele Unterrichtsstunden erwartet werden und ob die Qualifizierung innerhalb der Arbeitszeit stattfindet.
Angestellt oder verbeamtet was ist finanziell besser?
Als Quereinsteiger beginnst du in vielen Fällen zunächst im Angestelltenverhältnis. Dann erhältst du ein Bruttogehalt nach TV-L, zahlst Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung und bist meist Mitglied einer zusätzlichen Altersversorgung des öffentlichen Dienstes.
Eine spätere Verbeamtung kann das monatliche Netto erhöhen, weil Beamte keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Dafür kommen unter anderem private Krankenversicherung, Beihilfe und andere langfristige Bindungen ins Spiel. Die Rechnung ist deshalb nicht mit einem simplen Nettovergleich erledigt.
Ob eine Verbeamtung möglich ist, hängt von Bundesland, Alter, gesundheitlicher Eignung, Staatsangehörigkeit, Qualifikation und Laufbahnrecht ab. Auch wer fachlich erfolgreich als Lehrkraft arbeitet, erfüllt nicht automatisch alle Voraussetzungen für A12 oder A13.
Ich würde die Verbeamtung als mögliche Perspektive betrachten, aber nicht als sichere Grundlage für die eigene Finanzplanung. Für die erste Entscheidung zählt vor allem das garantierte Gehalt aus dem Arbeitsvertrag.
So prüfst du ein konkretes Gehaltsangebot
Ein gutes Angebot erkennst du nicht nur an der genannten Entgeltgruppe. Prüfe immer die Kombination aus Entgeltgruppe, Erfahrungsstufe, Stellenumfang und Befristung. Erst daraus ergibt sich, was tatsächlich jeden Monat auf dem Konto ankommt und wie planbar die Beschäftigung ist.
- Notiere die genaue Entgeltgruppe und Stufe, zum Beispiel E11 Stufe 1.
- Prüfe, ob die Stelle mit 50, 75 oder 100 Prozent der regulären Arbeitszeit ausgeschrieben ist.
- Frage nach der Anerkennung deiner bisherigen Berufserfahrung.
- Lies nach, ob die berufsbegleitende Qualifizierung bezahlt und als Arbeitszeit angerechnet wird.
- Kontrolliere Befristung, Jahressonderzahlung, Zulagen und mögliche Rückzahlungspflichten.
- Vergleiche das Angebot mit der offiziellen Tabelle deines Bundeslandes, nicht mit allgemeinen Gehaltsportalen.
Ein häufiger Fehler besteht darin, das Bruttogehalt einer Vollzeitstelle mit dem Netto einer Teilzeitstelle zu vergleichen. Ebenso problematisch ist die Annahme, ein Masterabschluss garantiere automatisch E13. Der Abschluss ist wichtig, aber die tarifliche Bewertung der konkreten Stelle entscheidet.
Die realistische Gehaltsperspektive für deinen Schulwechsel
Für die meisten Quereinsteiger liegt der realistische Einstieg im staatlichen Schuldienst 2026 grob zwischen 4.000 und 4.800 Euro brutto bei Vollzeit. E10 oder E11 sind dabei keineswegs ungewöhnlich, während E13 meist an weitergehende Voraussetzungen, bestimmte Schulformen oder eine abgeschlossene Qualifizierung geknüpft ist.
Wenn du ein Angebot bewertest, schaue deshalb nicht nur auf die höchste mögliche Endstufe. Entscheidend ist, wie viel du während der Qualifizierung verdienst, wann die nächste Eingruppierung erfolgt und ob deine bisherige Berufserfahrung berücksichtigt wird. Genau diese drei Punkte machen aus einem scheinbar guten Gehalt entweder eine tragfähige berufliche Perspektive oder eine enttäuschende Überraschung.